Sharky98
Grandioser Spätwestern, über ein dunkles Kapitel in der amerikanischen Geschichte. In den USA ein grosser Misserfolg, in Europa mit Lob überhäuft. Damals ging ein Filmstudio bankrott, weil der Film in den USA ein finanzieller Misserfolg war. Und Western wollte dann erst mal niemand mehr drehen, nur aus Angst wieder finanziell baden zu gehen.
Nach wahren Begebenheiten verfilmt, der sogenannte "Johnson County War" bildet die Grundlage des Western. Viele verarmte Auswanderer, hauptsächlich aus Osteuropa wollen in Wyoming ein neues Leben anfangen. Dort werden sie von den Rinderbaronen allerdings nur schikaniert, und wer ein Schaf oder eine Kuh stiehlt, damit er was zu essen hat, für sich und seine Familie, muss damit rechnen, vollkommen legal erschossen zu werden.
Tolle ästhetische Aufnahmen, hervorragend agierende Schauspieler und die Musik passt auch so richtig ins Geschehen. Hier wird gezeigt wie Populisten das Land regieren und Gesetz und Ordnung so auslegen, wie es ihnen am vorteilhaftesten erscheint. Diese Rinderbarone wurden damals alle vor Gericht gestellt, auf Geheiss des Gouverneurs aber frei gesprochen. Damals war Morden noch vollkommen legal, wenn es die regierenden Populisten für richtig hielten. Sheriff Averill, der hier von Kris Kristofferson dargestellt wird, wurde nach dem Massaker übrigens verurteilt und aufgehängt.
Der Film dauert fast 4 Stunden, hat auch ein paar Überlängen, da der Regisseur versucht zu zeigen, wie das Zusammenleben unter den europäischen Auswanderern funktionierte. Langweilig wird der Film aber nicht, wenn man sich konzentriert auf die Handlung einlässt. Und gleich am Anfang, in der 20minütigen Einführung wird gezeigt, wie Amerika auch heute noch funktioniert: Faustschläge und Schnaps saufen war wohl schon immer amerikanische Kultur.