Michael
„Vatertage – Opa über Nacht“ ist einer dieser Filme, die nicht wehtun. Der Grundansatz der Geschichte ist dabei wirklich schön und Ingo Rasper setzt seinen Film dann auch ganz ordentlich um. Natürlich bietet „Vatertage – Opa über Nacht“ jetzt keine wirklichen Überraschungen was die Dramaturgie angeht, doch das braucht der Film auch gar nicht, lebt er doch in erster Linie von seinen Charakteren.
Für mich ist in diesem Bereich Heiner Lauterbach (Der Fischer und seine Frau, Suche impotenten Mann für’s Leben) ganz vorne dabei. Lauterbach spielt die Rolle des schwulen Vaters von Basti so herrlich überdreht, dass man wirklich jede Szene mit ihm genießt und sich sogar wünscht, dass er noch mehr Screen Time bekommen hätte.
Doch auch die beiden Hauptrollen machen einen soliden Job. Obwohl Sebastian Bezzel (Stellungswechsel, Heute bin ich blond) bereits in 50 Produktionen mitgewirkt hat, hatte ich vor „Vatertage – Opa über Nacht“ bisher nichts von ihm gehört und auch nach diesem Film ist er sicher kein Schauspieler für den ich sofort ins Kino rennen würde. Er spielt seine Rolle als Münchner Slacker zwar glaubhaft, allerdings nicht so, dass seine Rolle wirklich lange in Erinnerung bleibt.
Gleiches gilt für seine Filmtochter Sarah Horvath (Song of Love and Hate, Lollipop Monster). Auch sie spielt glaubhaft und verkörpert die junge Mutter so, dass man sich wünscht, dass sie eine gute Beziehung zu ihrem Filmvater aufbauen kann, doch auch ihre Leistung hallt im Kopf des Zuschauers nur wenig bis gar nicht nach.
So ist „Vatertage – Opa über Nacht“ halt, wie eingangs erwähnt, ein Film der nicht wehtut. In den gut 90 Minuten lacht man über und mit den Figuren und wenn der Abspann über den Bildschirm flackert ist der gesehene ganz schnell wieder vergessen, da es halt nett, aber belanglos war. [Sneakfilm.de]