Michael
So albern die Geschichte von “Million Dollar Crocodile” auch klingen mag, der Film macht mächtig Spaß. Die abstruse Grundidee des Films wurde mit sehr viel Humor umgesetzt und wenn es ein Film schafft, dass man mit einem Krokodil mitfiebert, muss der Regisseur einfach irgendwas richtig gemacht haben.
Und meiner Meinung hat er eine ganze Menge richtig gemacht. Wie gesagt, wünscht man der Krokodildame nicht den Tod, sondern fiebert sogar mit ihr mit. Stattdessen will man, dass der Geschäftsmann und seine Gehilfen für ihren geplanten Krokodilmord von der Krokodildame Mao bei lebendigen Leib gefressen werden, auch weil die den herzlichen Bald Liu eiskalt belügen.
Interessanter Weise hat mit bei dem ganzen Konstrukt noch nicht einmal gestört, dass die Darsteller doch stark übertrieben agieren. Irgendwie passt das Overacting der mir durch Bank unbekannten Gesichter, perfekt zu dem etwas schrägen Szenario und selbst die unlogischen Handlungen der Figuren habe ich auf Grund der unterhaltsamen und unbeschwerten Art auf die sich der Film präsentiert ausgeblendet. Ich mein, sind wir doch mal ehrlich. Wer trägt seine gesamten Ersparnisse in einer Handtasche mit sich rum?
Ich denke, die Computereffekte sollten auch kurz zur Sprache kommen. Das auch in China sicher nicht mit einem echten 8 Meter langen und 2 Tonnen schweren Krokodil gedreht wird, sollte klar sein und so stammt Krokodildame Mao natürlich aus dem Computer. Auch wenn die Animationen des Krokodils alles andere als perfekt sind und man die Herkunft des Reptils so gut wie in jeder Einstellung erkennen kann, trübt dies den Filmgenuss nur minimal. Man muss, wie ich, natürlich eine gewisse Toleranz gegenüber solch sichtbaren Effekten mitbringen, aber da man bei “Million Dollar Crocodile” merkt, dass hier nicht in Asylum-Manier ein Hollywood Rip Off entstanden ist, sondern eine Tierhorrokomödie mit Herzblut, funktioniert dieses ausblenden ganz gut. [Sneakfilm.de]