Grizzly Park - HD stream
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Kalla Malla
Acht kriminelle Jugendliche unterschiedlichster Herkunft werden zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert, die sie im Grizzly Park State Forest ableisten sollen. Unter der Leitung von Ranger Bob (Glenn Morshower) durchstreifen die acht Straftäter, darunter der Nazi Scab (Randy Wayne), das bewaffnete Latino-Chick Lola (Zulay Henao) und die strohdoofe Bebe (Emily Foxler), fortan die Wanderwege des Naturparks um sie vom Müll zu befreien. Aggressive Stinktiere und übelriechende Kleidung sind alsbald nicht das einzige Problem der Gruppe, als sich der entflohene Serienkiller Butch (Jeff Watson) an die Fersen der Teens heftet. Als ob das noch nicht genügen würde, lauert zudem noch ein äußerst gefräßiger Grizzly in den Wäldern... Wenn man als Filmkonsument das Recht hätte, einen Drehbuchautoren, bzw. Regisseuren wegen seelischen Grausamkeiten oder der Beleidigung des Intellekts zu verklagen, dann wäre so mancher Horror- und Trashliebhaber mit Sicherheit schon Millionär. Viele Filmemacher hingegen würden sich sicherlich zweimal überlegen, ob sie ihren erstbesten Erguss gleich auf die Menschheit loslassen oder den Streifen lieber noch einmal generalüberholen. "Grizzly Park" ist einer der Filme, die ihre Schöpfer bei einer solchen Gesetzeslage wohl schnell in den Ruin treiben würde, denn was dem Zuschauer in diesem neuen Tierhorrorfilm geboten wird, ist ein absolut hirnloser Stuß, der gerade aus dem offensichtlich gewollten Fehlen jedweder Logik und Intelligenz seinen Unterhaltungswert bezieht. Tom Skull lieferte mit diesem Werk seinen Regie-Einstand, zu dem er auch das Drehbuch schrieb. Auch, wenn er hierfür sicher nicht mit Preisen überhäuft werden dürfte, so darf man dem Mann zumindest gerne attestieren, dass er für "Grizzly Park" keine Ideen aus anderen Horrorfilmen klauen musste. Eine derartige Story und solche Charaktere gab es in dieser Form sicherlich zuvor noch nicht. Das hervorstechendste Merkmal von "Grizzly Park" ist nämlich seine enorm überdrehte Herangehensweise an alle Faktoren, die einen solchen Film ausmachen. Da wäre als Beispiel die Story genannt, in der, so verrät es schon der Filmtitel, ein aggressiver Grizzly sein Unwesen treibt. Dies reichte Skull aber offenbar noch nicht aus, weshalb auch ein Serienkiller seinen Platz in dem Plot finden musste. Dabei schien es ihn nicht zu stören, dass der Nebenplot um den entlaufenen Serienmörder absolut deplatziert wirkt und wie so vieles in dem Film einen äußerst (unfreiwillig?) komischen Eindruck macht. Die Charaktere sind alle extrem überzeichnet und in ihrer Auslegung beinahe schon als das Klischee eines Klischees zu betrachten. Wenn man schon bei vielen anderen Horrorfilm von schablonenhaften und unglaubwürdig angelegten Figuren sprechen darf, so steigert "Grizzly Park" dies noch einmal um das Doppelte. Da hätten wir innerhalb der Gruppe Jugendlicher beispielsweise einen Nazi mit allerlei White Pride und Hakenkreuztattoos, was allerdings absolut nichts zur Handlung beiträgt. Der Rassist verträgt sich zudem außerordentlich gut mit dem Schwarzen und der Latina, was die Frage aufwirft, welcher Teufel Tom Skull geritten haben mag, um einen derartigen Charakter einzubringen. Als unfassbar ist auch die attraktive Bebe anzusehen, die wohl als Sinnbild der hirnlosen Sexbombe betrachtet werden muss. Die Oberweite verdrängte hier wohl klar die Hirnmasse und so setzt uns Skull mit ihr kurzerhand eine der wohl dämlichsten Filmfiguren aller Zeiten vor. Diese Aufzählung ließe sich an dieser Stelle munter fortführen. Jeder Charakter ist derart over the top angelegt und so fernab jedes realistischen Handelns, dass man, wenn man es nicht besser wüsste, beinahe dem Irrglauben erliegen könnte, sich hier einen Film von Troma anzusehen. Dass dem aber nicht so ist, zeigt die an und für sich ganz passabel gelungene Inszenierung des Streifens. Zwar hat man das im Tierhorror-Genre auch schon besser gesehen, dennoch wirkt "Grizzly Park" um einiges gekonnter inszeniert als so manch anderes B-Movie der selben Preisklasse. Als einzige wirkliche Zielgruppe dieses Werkes kann eigentlich nur die Trash-Fraktion angestrebt sein, die Nerven aller anderen dürften bereits nach 15 Minuten blank liegen. Bis auf die blutigen Szenen, die sich zum großen Teil im letzten Drittel des Films anhäufen, erinnert hier nur wenig an einen Horrorfilm, da der Regisseur erst garnicht versuchte, eine bedrohliche Atmosphäre zu schaffen. Die meisten Szenen sind am Tag gefilmt, Spannung findet sich auch nur in der letzten Passage. Es wäre vermutlich nicht verkehrt gewesen, die Splatterszenen etwas geschickter über den Streifen zu verteilen, da sich im Mittelteil gelegentlich schon dezente Langeweile einstellt, während es gegen Ende Schlag auf Schlag ans Eingemachte geht. Wenn "Grizzly Park" dann loslegt, dann wird deutlich, dass er seine Freigabe ab 18 Jahren zurecht trägt, reißt der Grizzly seine Opfer doch förmlich entzwei, spaltet munter Schädel und befreit eine pralle Dame sogar von ihren Silikon-Implantaten. "Grizzly Park" ist ganz klar kein Meisterwerk der Filmkunst. Die Handlung weist einige Fehler auf, ist dramaturgisch gesehen eine Katastrophe und hat bis auf seine blutigen Effekte gegen Ende kaum Schauwerte zu bieten. Dennoch unterhält das Werk durchaus passabel, sofern man mit derartiger Filmkost vertraut ist, was ihn letztendlich noch ins Mittelfeld der B-Movies hievt. Die Schauspieler sind allesamt keine Oscarpreisträger, als bekanntester Mime geht wohl noch Glenn Morshower durch, der vielen als Aaron Pierce aus der Erfolgsserie "24" ein Begriff sein dürfte. In "Grizzly Park" spielt er den autoritären Ranger durchaus glaubhaft und stellt somit ein angenehmes Gegenbild zu den overactenden Teens dar. Diese folgten zwar auch nur den Regieanweisungen, wirken aber teilweise geradezu nervend. Fazit: "Grizzly Park" ist ein derart überzogen angelegter Tier-Horrorfilm, dass letztendlich nur Trash-Fanatiker ihre Freude an dem Werk haben dürften. Wer ernsthaften Horror sucht, ist hier absolut fehl am Platz, daran ändern auch einige sehr blutig ausgefallene Splattereffekte nichts. Dennoch dürfte "Grizzly Park" gerade in geselliger Runde durchaus Laune machen, denn wenn man bewusst über die zahlreichen Fehler und Eigenheiten des Werks lacht, dann wirkt er plötzlich garnicht mal mehr so schlecht. Objektiv betrachtet sicherlich ein Fall für den Sondermüll, aber irgendwie doch sympathisch und mit Sicherheit immer noch empfehlenswerter als der x-te Folterfilm.
Michael
„Grizzly Park“ ist ein solider Horrorstreifen ohne wirklich große Überraschungen. Auf der einen Seite stehen die stereotypen Teenager und auf der anderen Seite, der Killer der alle Klischees erfüllt. Durch den hungrigen Bären bekommt der Film allerdings einen weiteren Aspekt des Bösen spendiert. Es gibt zwar schon einige Tierhorrorfilme, in Kombination mit dem menschlichen Killer ist dies aber eine relativ unverbrauchte Idee. So oft habe ich zwei unterschiedliche Bedrohungen in einem Horrorfilm noch nicht gesehen. Klar, „Grizzly Park“ hat mit den üblichen Problemen des Genres zu kämpfen. Die Schauspieler sind nicht sonderlich gut, die Story recht dünn und die Dialoge nicht besonders clever. Als dies sind allerdings Punkte, die man als Genrekenner gekonnt (die meiste Zeit) ausblendet und so einen unterhaltsamen Film zu sehen bekommt. Wer bisher nichts mit Filmen anfangen konnte, in denen arme Teenager sinnlos dahingerafft werden, der wird mit „Grizzly Park“ auch nicht warm werden. Mir hat der Film dafür recht gut gefallen. Gerade bei den Horrorfilmen ist es immer schwer eine Perle zu finden, die aus der Masse heraussticht und „Grizzly Park“ ist nahe dran solch eine Perle zu sein. Der Film macht durch seine lockere Art einfach Spaß. Tom Skull gelingt hier ein sehenswertes Regiedebut. [Sneakfilm.de]
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