Kalla Malla
Bevor sie "Necronos - The Tower Of Doom" drehten, der ihnen die gebührende Anerkennung der Splatterfans einbrachte, veröffentlichten die Jungs von "Infernal Films" "Graveyard Of The Living Dead" als zweites Langfilmwerk.
So kreativ wie der Titel, ist dann auch die ganze Handlung: Wissenschaftler basteln an einem Serum, Untote stehen auf und metzeln ein paar Leute auf einem Friedhof nieder, die gerade eine kleine Party schmeissen wollten. Das vergossene Blut erweckt wiederrum den halben Friedhof zum Leben...
Storytechnisch ist das alles zum Vergessen, aber wie immer zählt bei Amateurproduktionen immer das Herzblut, welches die Macher reingehängt haben. Die beiden Rohnstock Brüder sind Horrorfans, das merkt man in all ihren bisherigen Filmen. So wird auch hier an ein paar Stellen freudig aus anderen Filmen zitiert, man bekommt einen Cameo mit Timo Rose zu sehen und es wird ohne eine einzige Nebenstory straight durch die Zombies gemetzelt.
Die Effekte sind alle handgemacht und schauen wirklich gut aus. "Graveyard Of The Living Dead" macht in dieser Hinsicht keine Gefangenen und wer schon an amerikanischen Indiefilmen der Marke "Zombie Bloodbath" etc. seinen Spaß hatte, kommt auch hier voll auf seine Kosten.
Vorallem merkt man aber auch, dass man hier ein Augenmerk darauf hatte, den Film spannend und atmosphärisch zu gestalten. Etwas, was im Underground Horrorfilm leider viel zu wenig geschieht. Die Szenen in der kleinen Hütte, vor welcher sich die Zombies tummeln, wusste definitiv etwas an Spannung aufzubauen, genauso wie auch die Introsequenz im Labor, vorallem durch die detailreiche Ausstattung, gut inszeniert wurde.
Hätte man jetzt noch etwas an den Dialogen gefeilt und überlang erscheinende Dialoge gekürzt, wäre der Film definitiv noch besser geworden. 10 Minuten hätte man auf jedenfall entfernen können, ohne im Gewalt- oder Actionbereich Einsparungen vornehmen zu müssen.
Aber auch so ist "Graveyard Of The Living Dead" ein wirklich sehenswerter, absolut blutiger und ambitionierter Indie-Splatter mit guten Effekten und passablen Darstellern, der wirklich Spaß macht. Abstriche müssen zwar im Bereich der Dialoge oder aufgrund mangelnder Eigenständigkeit in Bezug auf die Story gemacht werden, aber das ist bei Amateurfilmen ja eh schon im Voraus abzusehen.