Kalla Malla
Nachdem "Adam Chaplin" bei den Splatterfans schon eingeschlagen hat wie eine triefende Blutbombe, hat die Produktionsfirma Necrostorm nicht lange auf sich warten lassen und schickt mit "Taeter City" schon den nächsten Matschfilm auf dem Fangemeinde los. Auf dem Regiestuhl machte es sich diesesmal nicht Emanuelle De Santi, sondern dessen Bruder Giulio bequem und was soll man sagen? Wer "Adam Chaplin" gefeiert hat, wird auch "Taeter City" lieben!
In Taeter City wird alles durch die eiserne Faust der Diktatoren verwaltet: Der Autority. Sie verwenden ein spezielles Funkwellensystem namens Zeed System, das sie Kriminelle von gesetzestreuen Bürger unterscheiden lässt. Diese speziellen Radiowellen verändern die andersartigen Gehirnareale von Kriminellen, so dass sie zum Selbstmord gezwungen werden. Eine spezielle Polizeieinheit, die Biker, holt ihre Leichen ab und liefert sie an riesige Schlachthöfe. Diese beliefern die staatliche Fastfood-Kette mit Menschenfleisch, die sie benötigt, um die Massen non-stop zu ernähren. Hier gibt es keine Kriminellen, keine Verbrechen, keine Unruhen ... bis jetzt. Das Zeed System scheint nicht mehr zu funktionieren, es gibt mindestens einen Kriminellen auf den die Wellen nicht wirken, er kann die Radiowellen missbrauchen. Drei Biker Officers haben die Mission diesen kranken Kriminellen zu fangen. Doch der Verfolgte ist viel stärker als erwartet und es kommt zum Showdown...
Nachdem die Story schon wirklich nach Vollschaden klingt, dürfte es nicht überraschen wenn ich sagen, dass der Film exakt das ist, was man sich beim Lesen der Story erhofft. Er ist das selbe Gewaltgewitter, was schon mit "Adam Chaplin" über den Zuschauer hereinbrach und lässt vorallem im Bereich der Optik und Inszenierung exakt die Handschrift der italienischen Produktionsschmiede erkennen.
Die Effekte sind wieder eine Kombination aus handmade- und CGI Effekten und auch wenn die Masken natürlich größtenteils unecht aussehen und ich normalerweise etwas gegen CGI Einsatz im Bereich der Splattereffekte habe, so passt es hier wiedermal exakt ins Gesamtbild des Filmes. Denn das mit Farbfiltern angereicherte und extrem übersättigte Bild verströmen schon von vornherein einen sehr unechten, künstlichen Eindruck, der paradoxerweise viel zur Stimmung von "Taeter City" beiträgt. Somit ist das comichafte PC-Blut auch in keinster Weise ein Hindernis oder Ausrede für fehlendes Budget, sondern einfach ein beabsichtigte, fester Bestandteil der Filmstilistik.
Was mir persönlich immer etwas fehlt, ist ein roter Handlungsfaden. Dieser ist zwar da, aber durch den Blutschwall, der hier wirklich im Minutentakt über den Zuschauer hereinbricht, ist es echt schwer, der Story zu folgen. Sollten die beiden De Santis, es bei ihren nächsten Projekten "Hotel Inferno" und "Alice's Necroland" schaffen, den Zuschauer auch abseits der wirklich abartigen Gewalt fesseln zu können, ziehe ich voller Überzeugung die Höchstpunktzahl.
"Taeter City" ist wie auch schon "Adam Chaplin" ein wirklich fantastischer Splatterfilm, den von vielen Fans gefeiert werden wird, aber mit dem einige wieder ihre Probleme haben werden. Das liegt schlicht und ergreifend an der gesamten Inszenierung sowie der Optik, die einen riesigen Mittelfinger in Richtung klassischer, handmade Splatterfilme richtet - aber genau das ist auch der Grund, weswegen die Necrostorm Jungs in meinen Augen die besten Hirn-aus Splatterfilme seit langer Zeit abgeliefert haben. Wo Regisseure wie Olaf Ittenbach mit ihren neuen Filme bei mir leider keine nennenswerte Reaktion mehr hervorrufen, hat mich die De Santi Familie schon das zweite Mal in kurzer Zeit völlig überzeugt, da ich mich selten so gut von einem Splatterfilm unterhalten gefühlt habe. Die Filme machen Spaß, sind absolut kurzweilig und haben vorallem eines: Wiedererkennungswert. So wie man einen Film von Lloyd Kaufmann auch schon zehn Meilen gegen den Wind riechen kann, ist auch ein Necrostorm Film (zumindest bisher) immer sehr leicht von der breiten Masse zu unterscheiden. Ein ganz, ganz großes Lob meinerseits - ich gönne mir jetzt im Anschluss "Taeter City" gleich ein zweites Mal. hudeley ist beeindruckt. Und hört jetzt endlich auf zu labern.