Ahnologe
‘Ricky – normal war gestern‘ erzählt eine ruhige Geschichte, die nachdenken lässt, denn Ricky durchlebt Dinge und Zustände, die manchem Gleichaltrigen vertraut sein dürften: Einsamkeit, der Wunsch nach Anerkennung, erste Liebe – oder die belastende Angst, dass die Eltern mit ihrem Betrieb pleite gehen. Der Film lebt von den tollen Hauptdarstellern, und es macht Spaß zu sehen, wie sich das Verhältnis zwischen Ricky und Micha verändert. Je mehr zu Tage tritt, dass Michas ruppige Art nur Fassade ist, desto mehr wächst Ricky über sich hinaus. Dass die coole Alex sich allerdings wirklich für den jüngeren und eben nicht so coolen Ricky interessiert, wirkt nicht besonders glaubwürdig. Und es ist ein bisschen schade, dass die Versuche, den Film stellenweise lustig zu gestalten, eher bemüht und klamaukig daherkommen. Wer aber bereit ist, sich wirklich auf die Geschichte und ihre sympathische Hauptfigur einzulassen – und einige Unglaubwürdigkeiten auszublenden – wird den Film mögen. Und Ricky nicht so schnell vergessen.