Kalla Malla
Bei Sickos dieser Art, habe ich ja irgendwie immer das Bedürfnis mich im Vorfeld für deren Konsum zu rechtfertigen. Aber da ich eh nicht davon ausgehe, dass diese Review von jemandem gelesen wird, der mit diesem Genre nichts anfangen kann, lasse ich die einleitenden Worte einfach mal weg. Aber eines ganz kurz: Wessen moralische Grenze von solchen Filmen tangiert wird, oder wer einfach nicht nachvollziehen kann, warum man sich sowas anschauen kann, der soll bitte einfach Abstand von solchen Werken nehmen. Denn ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn ein Film wie "Eat The Schoolgirl" bei einigen bloß noch Abscheu hervorruft:
Zwei junge Männer arbeiten für die Yakuza und erledigen für die Gangster nur die Drecksarbeit - beide sind psychisch-sexuell extrem gestört: Während einer der beiden eine strenge Aversion gegen Sex hat und nur durch grausame Gewalt an Frauen erregt wird, ist der andere zwanghaft besessen von Telefonsex. Von seltsamen Visionen geplagt, geraten die beiden in einen tiefen Strudel aus Vergewaltigung, Snuff, Mord und Wahnsinn… ofdb.de
Wie viele vergleichbare Kurzfilme, bietet auch dieser hier eine bunte, formlose Mixtur aus Vögelei und Gewalteinlage. Schon in der ersten Szene geht der Telefonsex los und der Film poltert auch im Anschluss ähnlich pervers weiter. Wie eigentlich bei allen Asia-Sickos hat man bei aller Abartigkeit jedoch eines vergessen: die Hardcoreszenen. Was in deutschen Landen nur selten ein Problem war, ist im asiatischen Bereich eben nicht ganz so einfach zu veröffentlichen, weswegen man sich hier auf Softcore beschränkt. Zwar hat man in dem Falle kein Fogging - sprich das Verpixeln besagter Körperteile - vorgenommen, sondern entsprechende Einstellung geschickt umschifft. Jedoch verliert der Film dadurch gewaltig viel an Perversität. Bei "Red Account: My Bloody Angel" oder "Women's Flesh" hat man zwar durch die Bildzensur auch nichts erkennen können, aber diese beiden Vertreter kamen in meinen Augen dann doch wesentlich direkter daher.
Im Übrigen braucht man im Falle von "Eat The Schoolgirl" auch keinen Splatterpreis verleihen, denn nennenswert blutig ist der Film nicht. Zwar heißt das nicht, dass der Streifen nicht extrem genug wäre, aber seine eigentlich Härte zieht er viel mehr durch seine endlos erscheinenden Vergewaltigungspassagen sowie dem absolut widerlichen, erzwungenen Einlauf an einem Mädchen. An der Stelle kann man wirklich betreten zur Seite schauen, denn "Eat The Schoolgirl" kommt in solchen Momenten schon extrem böse und frauenfeindlich daher.
Problematisch wird es wie so oft im Bereich des Storytellings sowie allen anderen Anhaltspunkten, nachdenen man Filme normalerweise bewertet. Die Schauspielkünste beschränken sich nämlich mehr auf Schreien und Durchdrehen als auf die Etablierung eines Charakters, genauso wie dass der Film keiner eigentlichen Handlung folgt. Ja, am Ende gibt es eine sprichwörtliche "Erleuchtung" bei einem der Vergewaltiger, aber eine kurzer Kniff am Ende reicht nicht dazu aus, 50 Minuten sexuelle Perversion als Film mit Handlung zu deklarieren.
Wer das gesamte, asiatische Filmprogramm von Japan Shock zu schätzen weiß und wem Regisseure wie Tamakichi Anaru oder Daisuke Yamanouchi ein Begriff sind, der muss auch hier zuschlagen. Allen anderen kann ich nur raten einen großen Bogen um diesen Film zu machen, denn persönliche Grenzen sind bei solchen Machwerken unter Umständen schnell erreicht. Im Gegensatz zu anderen Sickos zieht er leider an vielen Stellen den Kürzeren, da er sowohl in Bezug auf die Sexdarstellungen, als auch bei den Splatterszenen noch wesentlich zeigefreudiger hätte daherkommen können. Dieser Kritikpunkt liegt aber eigentlich nichtmal am Film selber, sondern einfach daran, dass aus dem Land der aufgehenden Sonne wirklich unfassbar extreme Werke entsprungen sind, die man nur sehr schwer toppen kann ...