Kalla Malla
"Regissören" ist ein schwedischer Arthouse Film, der sich inhaltlich irgendwo zwischen einer Mockumentary, V-Log und Fakesnufffilm bewegt. Ganz grob gesagt dreht es sich um einen Regisseur, der seine Vision eines avantgardistischen Snuffilmes auf Video bannen möchte.
Was diesen Film besonders macht, sind ist sein Schnitt sowie die Soundkulisse, sprich seine gesamte Inszenierung. Verwackelte Heimvideoaufnahmen, die mich persönlich an "August Underground" erinnert haben, wechseln sich mit von der Ausleuchtung und Bildkomposition sehr durchgestylten Aufnahmen ab. Es gibt einige Close-Ups und viele Zwischenschnitte die fast schon wie eine Art Jump-Scare verwendet werden. Beispielsweise gibt es eine relativ lange und sehr ruhige Interviewsequenz, in welcher alle paar Sekunden für ein paar Frames auf Folterszenen umgeschnitten wird.
Das, bedingt durch den heftigen Soundtrack bzw. die Geräuschkulisse, sorgt durchaus für einige Zuckungen beim Zuschauer. Besagte Geräuschkulisse klingt tatsächlich wie ein Noisetrack, der vorallem durch die laute Abmischung gleichzeitig penetrant wie auch wirkungsvoll daherkommt. Vorallem der Kontrast zwischen den ganzen ruhigen, videotagebuchartigen Aufnahmen des Regisseurs und den lauten, visuell wie auditiv sehr schockierenden und erschreckenden Gewaltszenen, ist wirklich sehr deutlich und wirkungsvoll.
Doch leider ist "Regissören" so herausragend wie anstrengend. Vorallem weil man ein Faible für solche expressionistisch angehauchten Filme haben sollte, um hier wirklich seinen Spaß zu haben. Ich persönlich schaue mir ab und zu gerne solche Streifen an, obgleich irgendwann immer der Punkt erreicht ist, an welchem es mich dann anfängt zu nerven.
"Regissören" ist ein optisch wie inszenatorisch sehr besonderer Film, der mich doch sehr an die Werke von Iskanov oder mit Abstrichen auch Lucifer Valentine erinnert hat. Nicht vom Gewaltpegel her, der zwar hier auch alles andere als gering ist, aber letztendlich nicht das Hauptaugenmerk des Filmes war, sondern von der künstlerischen Inszenierung. Vorallem im Bereich des "Soundtracks" konnte mich der Film begeistern, genauso wie die ganzen Bildeffekte sowie Zusammenschnitte wirklich cool anzusehen sind. Spannungskurven braucht man hier nicht zu erwarten, genauso wie ich für meinen Teil fand, dass einige Szenen wie dieses Interview oder das letzte Kapitel wirklich zuviel Fahrt aus dem Geschehen nehmen.