Kalla Malla
"Modify The Movie" ist eine englischsprachige Dokumentation über die Body-Mod Szene, sprich über all jene, die ihren Körper mit Tattoos, Piercings, Implantaten oder Sonstigem schmücken beziehungsweise verändern. Jedoch kommen in "Modify" nicht diejenigen vor, die irgendwo ein 5cm großes Tattoo tragen, sondern Leute, die objektiv gesehen ihren Körper wirklich extrem verändert haben. Sei es durch implantierte Hörner, gespaltene Harnröhren oder komplette Geschlechtsumwandlungen.
In der Dokumentation kommen viele Leute zu Wort, die in der Szene aktiv sind, genauso wie auch Ärzte oder Bodybuilder befragt werden. Untermalt wird das Alles von teils wirklich harten Aufnahmen von Operationen, Brandings oder Intimpiercings, womit dieser Film alleine vom graphischen Inhalt her nichts für jeden ist.
Man muss aber ganz klar sagen, dass "Modify The Movie" keine Ekel- oder Freakparade ist und auch nicht als solche angesehen werden darf. Im Grunde geht es um Toleranz und um Menschen, die versuchen sich durch äußerliche Veränderung auszudrücken oder einfach ihr Leben auf ihre ganz eigene Art und Weise leben zu dürfen. Und genau darauf fokusiert sich der Film.
Man könnte kritisieren, dass die Dokumentation teilweise vielleicht zusammengestückelt wirkt, ein Erzähler oder ein narrativer Bogen fehlt.
Letztendlich ist der Inhalt aber so faszinierend, schonungslos, ehrlich und lehrreich, dass man darüber gerne hinwegsieht. Auch die Einseitigkeit von "Modify" könnte man ankreiden, denn die Dokumentation hat von Anfang an einen ganz klaren Standpunkt und weder Gegner der Szene, noch eventuell schiefgelaufene Operationen oder Ähnliches werden erwähnt. Aber auch hier muss ich sagen, dass ich sowas nicht als großartig negativ auffasse. Denn die Leute aus der Szene bekommen im echten Leben oder an anderer Stelle schon genug auf den Deckel, sodass ihnen diese 100% positiv gestimmt Dokumentation echt gegönnt sein darf.
Somit ist "Modify" eine wahnsinnig tolle Dokumentation für all diejenigen, die einen Einblick in diese Welt bekommen möchten. Wer schon Tattoos, Piercings oder noch Ausgefalleneres an seinem Körper hat, wird sich hier erst recht zuhause fühlen und wohlwollend nickend vor dem Fernseher sitzen. Letztendlich sind die 80 Minuten nichtnur interessant, mitreißend und lehrreich, sondern auch sehr kurzweilig. Schwache Mägen sollten aber dringend die Verbedienung in der Hand behalten.