Kalla Malla
Nachdem Dan seinen Job verloren hat, steht er plötzlich ohne solide Perspektive da und zieht kurzerhand mit seiner Frau und deren Schwester nach Wyoming. Dort finden die drei allerdings ein wenig einladendes Haus vor, das zudem noch an allen Ecken und Enden renoviert werden muss. Als sich Dan wenig später daran macht, einen Rohrbruch zu reparieren, wird er von einer Spinne gebissen und verhält sich ab diesem Zeitpunkt zusehends sonderbarer. Das allerdings soll bald das Geringste Problem sein, denn als seine Schwägerin Rowena, die sich nebenbei als Domina verdingt, zu einer alten Farm bestellt wird, erwischt sie dort zufällig ein verrücktes Killerpärchen bei bizarren Strangulationsspielchen. Dies gefällt den beiden überhaupt nicht und so heften sie sich daraufhin kurzerhand an die Fersen der jungen Frau...
Wie überzeugend kann wohl ein Film sein, dessen Story sich bereits in zusammengefasster Form derart wirr und abschreckend liest, dass jedem normalen Menschen die Lust auf das Gesamtwerk gründlich vergehen sollte? Ganz genau, überhaupt nicht. Der von Ricardo Islas inszenierte Streifen Lockout würde sich selbst vermutlich gerne als Koryphäe des Low-Budget-Horrorfilms sehen, ist aber unter allen geistig zurechnungsfähigen Betrachtungsweisen ein arschlangweiliger Rohrkrepierer, der ein Großteil seines Publikums nach nur wenigen Minuten bereits an dessen persönliche Grenzen des Erträglichen treiben dürfte. Dies resultiert hier allerdings keineswegs aus einer eventuell überstrapazierenden Spannungskurve oder blutigsten Gore-Exzessen, im Gegenteil. Vielmehr sieht man sich bei der Betrachtung von Lockout nach kürzester Zeit schon einer schier unüberwindlichen Hürde der Belanglosigkeit ausgesetzt, die schlussendlich in einer solchen Langeweile mündet, dass die restliche Laufzeit der insgesamt 90 Minuten länger als bei jeder Wurzelbehandlung dahinsiechen.
Lockout ist eine unsympathische Stinkbombe eines Films, dilettantischer Dünnschiss, der niemals hätte veröffentlicht werden dürfen. Diese Erkenntnis trifft einen spätestens dann, wenn sich der Film noch in der Eröffnungsphase in endlos scheinenden Szenen ergeht, die weder Sinn noch Zweck haben und an Banalität nicht zu übertreffen sind. Während man den drei Hauptprotagonisten bei vollends unsinnigen Tätigkeiten folgt, stellt man sich alsbald die Frage, ob es beispielsweise wirklich nötig ist, Dan bei der Lebensmittelbeschaffung oder Rowana beim Spanking eines verschwitzten und überdimensionalen Hinterteils zu zeigen. Lockout schleift sich in seiner verwaschenen Billig-Optik so träge voran, dass der Zuschauer anhand so viel Sinnlosigkeit sehr schnell in Depressionen verfällt und sich nichts anderes als das Ende des Films herbeisehnt.
Die Horrorfilm-Prämisse ist hier absolut deplatziert, da es Ricardo Islas zu keinem Zeitpunkt gelingt, ein Gefühl des Unwohlseins oder gar so etwas wie Spannung zu erzeugen. Das Drehbuch ist zudem so stumpfsinnig, dass es von dem Verantwortlichen wahrscheinlich während eines Toilettengangs erdacht wurde. Da haben wir ein seltsames Paar, das sich an sexuellen Praktiken mit Atemregulierung erfreut und höchst ungehalten reagiert, als es von Rowena dabei ertappt wird. Ab diesem Zeitpunkt haben es die Beiden dann auf die Domina, ihre Schwester und ihren Schwager abgesehen. Klingt furchtbar debil? Ist es auch. Zwischendurch handelt Lockout dann noch von einer Geisterfrau am Straßenrand, Dan's Spinnenbiss-Halluzinationen, sowie seiner Vorliebe, der Schwester seiner Frau unter der Dusche nachzustellen. Unnütz zu erwähnen, dass die Schauspieler steif wie auf Viagra agieren und das Ganze auch nicht erträglicher machen. Um den Zuschauer dann aber vergessen zu machen, was er sich da für einen unfassbaren Schund zu Gemüte führt, gibt es vereinzelt noch etwas Gore und einen gewollt-innovativen Storytwist, was das Fiasko aber auch nicht mehr rettet. Irgendjemand muss Ricardo Islas jedenfalls stark ins Hirn gehustet haben, dass dieser überhaupt auf die Idee kam, diese filmgewordene Einschlaftablette auch noch mit seinem Namen zu versehen. Finger weg!