Kalla Malla
Puh, Fred Olen Ray... Spontan wüsste ich keinen Regisseur, welcher einen größeren Output an Filmen hat. Den dreistelligen Bereich dürfte er schon geknackt haben, aber sind wir mal ehrlich: Wieviele gute Filme hat der Mann den abgeliefert? "Hollywood Chainsaw Hookers" war unterhaltsam, "Biohazard" bestenfalls anschaubar und über "Fugitive Mind", "Snake Zone" oder "Tomb Of The Werewolf" sollte man besser den Mantel des Schweigens hüllen.
"Die Todesfarm" hätte etwas werden können. Mistgabel-Morde sind nicht erst seit "The Prowler" oder "The Slayer" unterhaltsam, weswegen ein blutiger Slasher nicht die schlechteste Wahl gewesen wäre. Aber halt, da muss ja auch das Budget mitmachen.
Mehr als hundert Dollar kann es nicht gewesen sein, denn die besten Effekte im Film bleiben Brüste. Und Brüste.
Und so bescheuert wie sich die Frauen in diesem Werk geben, haben sie diesen Bärendienst bestimmt für umme abgeliefert. Teilweise riecht es sogar nach Russ Meyer, aber dessen sympathisch-dämliche Art Filme zu drehen, sieht man hier zu keiner Sekunde.
Denn "Die Todesfarm" besinnt sich aufs Labern. Um das darzustellen, hier mal ein kurzer Timecode des Filme (Achtung, Gedächtnisprotokoll!):
Minute 0 - 20 -> Labern.
Minute 20 - 22 -> Brüste.
Minute 22 - 70 -> Labern.
Minute 71 -> Goreffekt.
Minute 71 - Ende -> labern.
Fantastisch. Die Gefühle beim Zuschauer rangieren irgendwo zwischen Langeweile, Selbstmitleid und völliger Verzweiflung der Marke: "Warum habe ich hierfür 30 Euro fürs Mediabook ausgegeben?" All jenen sei gesagt, dass das Mediabook von '84 mit den Bonusfilmen "Angst" und "Schreie Der Nacht" den Kunden entschädigt und die wahren Highlights somit im Bonusmaterial versteckt hat. Ansonsten hätte sie mit einem Fakel und Mistgabeln tragendem Mob vor ihrem Firmengebäude rechnen müssen.
"Die Todesfarm" macht soviel Spaß, wie ein versehentlicher Hammerschlag auf den Daumen und glänzt mit der Unterhaltungskunst eines Brückenpfeilers.