Kalla Malla
Janet ist eine junge, selbstbewußte und hübsche Frau, die alleine durch Südamerika zieht, um Urlaub zu machen. In einer dunklen Kneipe versucht ein Mann sie zu vergewaltigen. Alle schauen zu und keiner hilft ihr, bis auf einen Mann, der sich als Techniker von Hubschraubern ausgibt und den Vergewaltiger in die Flucht schlägt. Janet ist ihm sehr dankbar und verbringt auf ihrem Zimmer die Nacht mit ihm. Als dieser weg ist, stürmen ein paar Männer ihr Zimmer, die sich als Polizisten ausgeben. Sie betäuben und entführen sie. Als sie aufwacht, befindet sie sich splitternackt auf einer Folterbank und wird von einer Wärterin befummelt. Jetzt wird ihr bewußt, daß sie in einem Burgkeller gesperrt wurde, der einem Ring von Frauenhändlern gehört. Eine ganze Menge anderer Frauen befindet sich hier ebenfalls in Gefangenschaft. Die Männer belästigen die Frauen sexuell wo und wann sie nur können. Wer sich beschwert, wird gnadenlos mit dem kalten Wasserstrahl gefoltert. Um mit den Frauen handeln zu können, werden sie alle mit einem Nummernschild in der Hand fotografiert. Janet lernt im sogenannten »Käfig« die anderen Mädchen näher kennen und wird sich dabei ihrer Ausweglosigkeit bewußt. Am nächsten Tag wird Janet von der Wärterin sexuell mißbraucht, ein anderes Mädchen ebenfalls vergewaltigt, bis es fast durchdreht. Durch Zufall bekommt der Mann ein Foto von Janet in die Hände, der mit ihr damals die Nacht verbrachte. Er startet mit seinem Hubschrauber eine Befreiungsaktion und kann sie befreien. Die anderen Mädchen sind aufgebracht und starten Selbstjustiz. Die Gangster und die Wärterin werden umgebracht.
Man kann sagen, daß dieser Film aus dem Jahre 1991 praktisch zu den letzten seiner Art gehört, bevor sich die europäische, und vorallem die italienische Filmindustrie endgültig durch den Druck der amerikanischen Majorfirmen verabschiedete. Der Anfang allein schon ist unglaublich plakativ: Ein halbnacktes Mädchen rennt verstört und völlig erschöpft durch den Dschungel, bis es selbstzweckhaft in Zeitlupe abgeknallt wird. Der Film erhebt einfach keinen Anspruch auf einen intellektuellen Hintergrund, sondern ist nur auf das Zeigen von reinen nackten Tatsachen aus. Richtig so!
Eine ganz banale Waschszene wird minutenlang zu einem Akt ausgebreitet, bei dem man sich in Zeitlupe an jedem nassen Körperteil in Ruhe satt sehen kann. Auch die Softsexszenen sind minutenlang in die Länge gezogen. Die gute Vertonung und die perfekt atmosphärische Beleuchtung lassen diese aber zu einem Genuß werden. Selbst auf der Folterbank wird alles so in Szene gesetzt, daß es vor Erotik nur so knistert. Die Dialogarmut ist auffällig, die Synchronisation billig und plump. Die Geschichte ist unrealistisch. Ein Mädchen, das aussieht wie ein Supermodel, reist nicht allein durch die übelsten Gegenden von Südamerika, um angeblich Urlaub zu machen. Ebenso ist es unwahrscheinlich, daß zwei gefolterte Frauen in aller Öffentlichkeit eingesperrt in einem Käfig Lust auf lesbische Liebe haben. Was soll's? Dem Zuschauer gefällt es!
Die Nackt- und Erotikszenen sind zwar nicht sehr hc-lastig, aber dennoch sehr explizit. Begleitet von toller Synthiemusik und einfühlsamer Kameraführung zeigen die unzähligen wirklich lecker aussehenden Mädels ihre Vorzüge. Ohnehin wendet sich Kamera auch nur selten von den Mädchen ab, Zooms auf Po und Busen zu Hauf. Denn entweder ziehen sie sich aus, werden ausgezogen oder es wird Sex gemacht. Und dabei immer der phantastische Synthiescore.
Die Kulisse, eine große Burg samt unterirdischem Keller, ist sehr atmosphärisch und eine willkommene Abwechselung zu den typischen Strafgefangenenlagern. Natürlich ist dieses dennoch mit den üblichen Stilmitteln wie Streckbank und diversen anderen Folterinstrumenten ausgestattet, welche auch, aber nicht ausgiebig genutzt werden. Der Gewaltfaktor ist demnach eher mäßig. Neben diversen blutigen Erschiessungen am Ende samt ein paar Fallen, gibt es manch miese Erniedrigung, Vergewaltigung und Lesbensex - blutige Folterungen wie bei »Ilsa« bleiben aber aus.
Die Darsteller können auch überzeugen. Vor allem Pilar Orive als Janet, die kämpferische Amerikanerin, überzeugt nicht nur durch ihren tollen Körper. Energisch, kampfesstark und mutig verkörpert sie ihren Charakter. Auch diverse Nebenrollen wie die lesbische Aufseherin oder der miese Gefängnisdirektor passen. Sehr fies kommt jener beim »Duschen« rüber, wo er minutenlang - teilweise in Slow-Motion - die Mädchen abspritzt. Dieses Stilelement wird öfters angewandt und ist wie die gesamte Inszenierung sehr gelungen. Auch die Außenaufnahmen auf der Burg oder im Dschungel sind sehr gut, manche Bilder bürgen eine wahr schöne Ästhetik, so wenn Janet in der prallenden Sonne samt Mitstreiterin in einem Käfig hockt und dann deren Schweiß ableckt; optisch reizvoll und knisternd...
Fazit: Auch wenn man es nicht glauben mag, das ist sicher einer der besten WIP. Hier stimmen endlich mal die zugegebenermaßen nicht unbedingt reizvollen Faktoren Drama eingebettet in Sex & Gewalt. Eine kleine Perle, ein klarer Insidertipp an alle Exploitationfreunde.