Kalla Malla
In Bezug auf Horrorfilme bin ich eigentlich so unanspruchslos wie ein Kaktus. Ein Film muss für mich nicht viel Innovationen aufweisen - es reicht, wenn er nach Schema F abläuft um mir unterhaltsame Abendstunden zu bescheren. Umso erbärmlicher ist es dann, wenn ein Produktionsteam, unter Grundlage einer annehmbaren Grundstory, selbst am Einfachsten scheitert.
In "Frankenstein Theory" macht sich ein Filmteam auf, um in Alaska das Frankensteinmonster zu suchen. Ihr Auftraggeber glaubt fest an seine Existenz, da er ein Nachfahre seines Erschaffers ist und alte Briefe scheinbar auf den Wahrheitsgehalt von Marry Shellys Geschichte hinweisen...
Dass die ganze Schose natürlich als Found Footage Film inszeniert ist, sollte dann auch keinen mehr wundern. Ähnliche Prämissen gab es in jüngster Vergangenheit zuhauf; sei es die Suche nach Bigfoot, einem pelzartigen Vieh im Wald, Aliens in Geräteschuppen, der Hexe von Blair, oder das Durchforsten alter Kanalsysteme/ Krankenhäuser/ Anstalten/ etc. Einige Filme wirken nunmal, andere scheitern kläglich. So auch "Frankenstein Theory".
Angefangen bei unsympathischen, uninteressanten Charakterabziehbildern, deren Schicksal keine Sau juckt, bishin zu einer Spannungskurve und Ereignisabfolge, die sich scheinbar ein besoffener Waschbär ausgedacht hat. Der auf BluRay 84 minütige Film, braucht 53 (!) Minuten, ehe die erste - zumindest in Ansätzen - gruselige Szene über die Mattscheibe flattert: Gebrüll vor der Hütte. Danach wird erstmal für 10 Minuten 5 Gänge zurückgeschraubt, da eine halbwegs spannende Szene (die auch nur deshalb gewirkt hat, weil das Gebrüll von Frankenstein völlig penetrant und übersteuert in den Vordergrund gemischt wurde) scheinbar zu nervenaufreibend für das Publikum war.
Würde man alle spannenden (oder zumindest als gruselig angedachten) Momente des Filmes zusammenrechnen, kämen wir auf eine Nettolaufzeit von maximal 3 Minuten. Keine Übertreibung. Alles dazwischen, besteht aus uninteressanten Gelaber, der Versuch soetwas wie Gruppenpanik aufzubauen oder etwas völlig Belangloses zu filmen. Die Schnitte sind unpassend gesetzt, plötzlich eintretende Filmmusik scheucht jeden Zuschauer, ob ihrer Lautstärke, von Sofa auf und man starrt eigentlich bloß auf das Cover des Filmes und fragt sich, wann denn endlich diese an Tony Todd erinnernde Kreatur auftaucht?!
Mit einer Screentime von höchstens 10 Sekunden, kann das Vieh nicht einmal physische Präsenz ausstrahlen, da man es schlicht und ergreifend nicht sieht. Die Hälfte der Gruppe wird von hinten attackiert, der Rest außerhalb des Bildrandes. Fantastisch. Aber Hauptsache, man wirbt mit einem solchen Cover.
Dann haben wir ja noch das Setting auf der zugeschneiten Wiese, die wahrscheinlich Alaska darstellen sollte. Man denkt weinend an Film wie "Das Ding" zurück, wo Schneeberge noch das Gefühl von trostlosester Abgescheidenheit vermitteln konnten. In "Frankenstein Theory" hat man das Gefühl, hinter der nächsten Anhöhe liegt Montreal oder zumindest ein Ski Gebiet.
"Frankenstein Theory" ist ein unterirdischer Film, der nicht viel hätte richtig machen müssen, um zu unterhalten. Beschissene Charaktere, keine Logik, keine nachvollziehbaren Handlungsabläufe, wenig Spannung und eine selbstverliebte Inszenierung, von der man glaubte, jemand würde sich bei diesem Film in die Hosen pupen. Naja, vielleicht die Regenbogen-Gruppe eines x-beliebigen Kindergartens...