Kalla Malla
Wer ist da? Niemand. In einer kalten Winternacht begeht ein skrupelloser Auftragsmörder einen Mord und setzt so eine Folge von mysteriösen Ereignissen in Gang, die schon bald außer Kontrolle geraten. Nur knapp kann er einem schattenhaften Angreifer entkommen, der jeden seiner Schritte vorher zu sehen scheint und die Zeit beginnt verrückt zu spielen: Menschen, die er trifft, erkennen ihn nicht wieder und erlittene Wunden verschwinden spurlos. Er wird gefangen in einer unerklärlichen Zeitschleife, in der sich Ereignisse auf unheimliche Weise wiederholen, bis es schließlich zu einer schicksalhaften Begegnung kommt ...mit sich selbst. digitalvd.de
"Nobody" ist eine merkwürdge Mischung aus "Memento", "Time Crimes" und einem Film-Noir. Blöd nur, dass er anfänglich derartig verwirrend ist, dass ich nichtmal der Anfangssequenz folgen konnte. Entweder spricht das jetzt gegen den Film, oder gegen mich.
Doppelt blöd ist außerdem, dass ich nichtmal gewillt war, nochmal zurückzuspulen um den Mist vielleicht zu verstehen. Das spricht dafür deutlich gegen den Film. Wo man bei "Memento" wirklich dabei war und jede Kleinigkeit mitbekommen wollte, lässt man "Nobody" einfach über sich ergehen.
Es liegt nicht an den zugegebenermaßen recht toll ausgeleuchteten Sets oder der generellen Optik, die entgegen meiner Erwartungen wirklich professionell war. Es liegt vielmehr an uninteressanten Charakteren, sowie dem Anspruch des Filmes, dem man zu jeder Sekunde anmerkt, dass er künstlich aufgeblasen wurde. Hier saß niemand am Regiestuhl, der seine Möglichkeiten richtig einzuschätzen vermochte, sondern jemand, dem arrogant grinsend eine Filmidee während der morgendlichen Dusche eingefallen ist. Von da an war demjenigen klar, mit seinem Machwerk Lynch oder Jodorowsky kräftig in den Arsch zu treten - und das merkt man "Nobody" an.
Jede Einstellung trieft vor Selbstgefälligkeit, schon alleine, weil der Zuschauer keinem einzigen Dialog folgen kann, ohne das Gefühl zu haben, die Hälfte nicht mitbekommen zu haben. Es scheint, als fehle dem Film 30 Minuten an vorausgehenden Erklärungen und wenn ich mir nicht sicher wäre, dass dieser Mist nicht völlig gefloppt ist, hätte ich wirklich geglaubt, "Nobody" wäre ein Sequel zu irgend einer anderen Rotzgülle.
Da hilft dann auch Costas Mandylor nichts mehr, der seit seiner Rolle in den "Saw" Filmen auch nichts mehr auf die Reihe bekommen hat. Von seiner eiskalten Performance ist in diesem Fragezeichen der Filmgeschichte jedenfalls nichts mehr zu sehen. Wahrscheinlich dachte er sich, dass jede Anstrengung abseits seines reinen Auftretens verschwendete Lebensmüh sei, schließlich bekommt er seine Gage auch ohne sein boshaftes Halbgrinsen. Und ich kann es ihm nichtmal übel nehmen.
Somit ist "Nobody" ein handwerklich guter Film, der allerdings im Storytelling völlig versagt. Und zwar einzig und allein deswegen, weil seine ganze wirre Erzählstruktur einem wie die cineastische Selbstbefriedigung eines von seiner Idee völlig überzeugten Regisseurs vorkommt. "Hut ab" für denjenigen, der bei diesem Langeweilemarathon auch nur halbwegs durchsteigt.