Kalla Malla
Als eine Kirche in einer amerikanischen Kleinstadt bis auf die Grundmauern niederbrennt, wird ein parasitäres Monster aus seinem unterirdischen Gefängnis befreit und findet mit einem Feuerwehrmann sogleich sein erstes Opfer. Der Befallene legt fortan ein durchaus merkwürdiges Verhalten an den Tag und schaufelt Unmegen an Nahrung in sich hinein, bis der Parasit seiner überdrüssig wird und sich einen neuen Wirtskörper sucht. Als sich auf diese Weise alsbald die Leichen stapeln, wird auch der örtliche Sheriff (Russell Ferrier) auf die seltsamen Vorkomnisse aufmerksam und verdächtigt sofort den gerade aus der Haft entlassenen Jesse Jarrett (Robyn Ledoux), an den Ereignissen beteiligt zu sein. Unterstützung findet Jesse dafür wenigstens bei seiner Ex-Freundin Lydia (Marina Pasqua), die zugleich die Tochter des Sheriffs ist. Allen Widrigkeiten zum Trotz kommen die Beiden dem Geheimnis des Parasiten auf die Schliche und beschließen, ihn ein für alle Mal zu vernichten...
Kein anderes Genre schafft es, sich so kontinuierlich selbst zu recyclen wie der Horrorfilm. Gerade im Sektor des B-Movies kann sich der Fan im Grunde sicher sein, dass keine Idee in Vergessenheit gerät, sei es nun im Bereich des Slashers, des Tierhorrors oder auch auch des Parasitenfilms. Letzterer bekommt mit der US-Kanadischen Co-Produktion "Scourge", der hierzulande kurzerhand in "Evil Inside" umbenannt wurde, mal wieder neues Futter, nachdem in der letzten Zeit überwiegend Folterflicks das Gesamtbild des Horrors prägten. "Evil Inside", der mit seinem eindeutigen Cover durchaus Lust auf mehr macht, verspricht da durchaus etwas Abwechslung, ist aber letztendlich leider nichts anderes als absolut belanglose und austauschbare Ware aus dem Direct-to-DVD Sektor.
Ohne all zu viele Überraschungen und Besonderheiten inszenierte Jonas Quastel ("Ripper 2", "The Untold - Blutrache der Bestie") hier einen spannungsarmen Abklatsch von Werken wie "The Hidden" oder "Body Snatchers", ohne der Materie dabei interessante Aspekte hinzufügen zu können. Das Übel beginnt hier schon bei der komplett vorhersehbaren und nur wenig spannenden Story, in der ein nicht näher definiertes Monster oder Alien aus seinem Gefängnis befreit wird und sich als Dank sogleich in einem Menschen einnistet, in dem es sich so lange aufhält, bis das nächste Opfer auftaucht. Die Intention des Viehs will da aber nicht so richtig durchschimmern, denn während anderen Ungeheuern in derartigen Filmen ansonsten der Sinn stets nach Fortpflanzung steht, verführt das Monster aus "Evil Inside" seine Opfer lediglich zur Maßlosen Völlerei. Reichlich konstruiert wirkt hingegen die Geschichte um ein ehemaliges Paar, das im Rahmen der Monsterbekämpfung mehr oder weniger wieder zusammenfindet, was aber dennoch keinen Platz für romantische oder gefühlvolle Momente lässt.
Zu Gute halten darf man Regisseur Quastel und seinem Team zwar, dass sie es verstanden, den Unterhaltungswert stets auf konstanten Ebenen zu halten, so dass hier zumindest keine Einschlafgefahr für den Zuschauer droht. Dennoch passiert hier über weite Strecken einfach nichts sonderlich Nennenswertes. Der Parasit befällt ein Opfer, lässt dieses sich zu Tode fressen und furzen (!) und zieht zum nächsten. Eine unheimliche Atmosphäre sucht man hier absolut vergebens, selbst Splatter-Szenen sind äußerst rat gesät, auch wenn das Cover da eine andere Sprache spricht. Bis auf einen wirklich sehenswerten Effekt eines herausgeschlagenen Unterkiefers hat "Evil Inside" in dieser Hinsicht allerdings nichts zu bieten.
Wäre der Film wenigstens in hohem Maße selbstironisch und mit amüsanten Versatzstücken auf das Subgenre ausgefallen, hätte der Zuschauer wenigstens noch etwas, an dem er sich festklammern kann. So aber kommt hier kein Klientel auf seine Kosten. Den Splatterfans dürfte das Werk deutlich zu harmlos ausgefallen sein, Trash-Liebhaber haben aufgrund des humorfreien Tons wenig zu lachen und Grusel-Fetischisten erschauern hier bestenfalls aufgrund der kostengünstigen Inszenierung. "Evil Inside" erinnert aufgrund seiner optischen Präsentation an das Erstlingswerk eines mit Geldproblemen kämpfenden Nachwuchsregisseurs und scheint an allen Ecken und Enden einfach "Billigfilm" zu schreien. Da wundert es regelrecht, dass zumindest die visuelle Aufbereitung des Parasiten zu gefallen weiß. Dieser wurde komplett am Computer erstellt und kann dennoch im Rahmen seiner B-Movie-Herkunft überzeugen. Besseres sieht man in diesen Budget-Gefilden zumindest äußerst selten. Selbiges gilt leider nicht für die Schauspieler. Diese spielen zwar nicht wirklich schlecht, agieren aber so austauschbar, dass keiner von ihnen lange in Erinnerung bleibt.
Fazit: "Evil Inside" ist im Grunde einer von den Filmen, die die Welt nicht braucht. Die Thematik hat man schon viele Male besser und spannender umgesetzt gesehen. Als Pluspunkte sind hier zwar ein solider CGI-Parasit und eine angenehmer Unterhaltungswert zu nennen, der einen das Ganze wenigstens noch unbeschadet überstehen lässt, doch davon abgesehen hat dieses Werk rein garnichts zu bieten, was es für ein interessiertes Publikum sehenswert machen könnte. Die Inszenierung ist selbst für ein B-Movie aufallend kostengünstig, Spannung und Horror sucht man stets vergebens und auch splattertechnisch hat "Evil Inside" bis auf eine einzige Szene nichts zu bieten. Letzten Endes also definitiv ein Film, den man nicht gesehen haben muss.